Vipassana

Vielleicht hast du schon häufiger das Wort „Vipassana“ gehört und dich gefragt, was es eigentlich bedeutet. Vipassana-Meditation wird häufig auch als Achtsamkeitsmeditation bezeichnet und hat für unser Leben im Alltag eine wesentliche Bedeutung.

Vipassana (Einsichtsmeditation) ist weltweit die einflussreichste Form des heutigen Theravada-Buddhismus und bildet neben dem japanischen Zen und dem tibetischen Buddhismus die dritte Hauptströmung des Buddhismus im Westen.

Vipassana bedeutet „Tiefes Schauen“, um einen klaren Blick, Verständnis und Einsicht in das, was wir erleben, zu erlangen. In unserem Alltag geht es immer wieder darum, bewusste Entscheidungen für unser inneres und äußeres Handeln zu treffen. Für die Art und Weise, wie wir das, was wir erleben, betrachten und darauf antworten – damit umgehen. Daher ist sie eine enorm bereichernde und alltagsrelevante Praxis.

Die Einsichtsmeditation gibt konkrete Anleitungen, unser Bewusstsein und die Gesetzmäßigkeiten des Lebens (Dharma) auf Basis der eigenen Erfahrungen zu untersuchen. Dadurch können wir hinderliche Einstellungen und Gewohnheiten  erkennen, erforschen, transformieren und sukzessive loslassen. Die geschieht, indem wir die uns innewohnenden heilsamen, glückstauglichen Qualitäten nähren und Potenziale des Herzens stärken.

Dabei kultivieren wir in der Einsichtsmeditation diese Qualitäten:

Stille, Sammlung und Harmonisierung

› Tiefe Ruhe, Entspannung und Harmonisierung von Körper, Herz und Geist

› bewusstes Spüren und gut für sich sorgen lernen

› Innere Sammlung und Konzentration

› Gegenwärtigkeit und Präsenz

› Geduld und Gelassenheit 

› Verbundenheit und Vertrauen

Klarheit und Einsicht

› Erkennen, loslassen und transformieren von hinderlichen Vorstellungen und Verhaltensweisen

› Besinnung auf Dringliches, Notwendiges und Wesentliches

› Verständnis für sich selbst und andere Lebewesen

› Den Körper, Emotionen und Gedanken besser verstehen

› Akzeptanz, Hingabe und Wohlwollen entwickeln

› Gesetze des Lebens (Dharma) durch die eigene, tiefe und direkte Wahrnehmung und Beobachtung erkennen

› Bewusste und beherzte Umsetzung der Einsichten im Leben

Dies geschieht durch die formale und informale Meditations- und Achtsamkeitspraxis in unserem Alltag.

Der Zustand von Meditation ist ein Fluss

In diesem Fluss verbinden sich stete Bewegung und stilles Gewahrsein miteinander. In ihm können wir erkennen, dass das, was wir „Körper“ und das, was wir „Geist“ nennen, miteinander verwobene Aspekte desselben lebendigen Gewahr Seins sind. Wenn wir unser Körper-Geist-System über unsere Mitte harmonisieren, lernen wir die Zustände und Anliegen der Meditation im Alltag zu verkörpern.

Dabei hilft uns die Achtsamkeit

Sie ist eine wesentliche Qualität unseres Geistes, auf der weitere aufbauen. Sie ermöglicht es uns, bewusst wahrzunehmen, was im Innen & Außen geschieht und dem Aufmerksamkeit zu schenken, was dringlich und not-wendig ist. Sie ist unsere Fähigkeit, das zu erinnern, was wesentlich ist. Mit ihrer Praxis fördern wir die Bereitschaft zu Reflexion und Einsicht, so dass unsere Handlungen von mehr Klarheit und Mitgefühl durchdrungen werden.

X